Hallo!

Ich freue mich, dass du wieder den Weg zu mir gefunden hast. Heute möchte ich dir etwas darüber erzählen, wie ich meine Reitbeteiligung, den Isländerwallach Egill, und seine Besitzerin kennengelernt habe. Aber vor allem möchte ich dir erklären worauf es bei der Suche nach einer Reitbeteiligung ankommt.

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“


Vor der Suche


Ich habe mir vor meiner Suche erst einmal einige Gedanken darüber gemacht, was genau ich von meiner Reitbeteiligung erwarte, was ich leisten kann (auch finanziell) und was genau ich brauche. Sich diese Gedanken vorher zu machen, ist meiner Meinung nach, wie bei jeder neuen Verpflichtung, essenziell wichtig.

Mit einem Pferd ist es wie bei jedem anderen Tier. Es ist eine wundervolle Erfahrung und Beziehung, die dir sehr viel gibt. Allerdings ist es eben auch eine Verpflichtung. Du musst dich darauf einstellen bei jedem Wetter, jeder Laune und egal wie viele Termine du sonst noch hast, in den Stall fahren zu müssen. Dein Pferd, oder Pony, braucht dich. Es muss bewegt und gefüttert werden und natürlich, nicht zu vergessen, du musst es lieb haben! Denn der/die Besitzer/in verlässt sich auf dich. Dass du deine Reittage einhältst, nicht kurzfristig absagst und das Pferd gut behandelst.

Kannst du diese Verantwortung tragen? Kannst und willst du all dies gewährleisten? Kannst du dir die Reitbeteiligung auch finanziell leisten? Welchen Kostenrahmen setzt du dir? Wie oft in der Woche möchtest du gerne zum Pferd in den Stall fahren? Wie viel Erfahrung mit Pferden hast du? Möchtest du eher ein ruhiges Freizeitpferd oder hast du Tunierambitionen?

All dies sind Fragen die du dir vor der Suche stellen solltest. Kannst du auf alle eine genaue Antwort geben und bist dir sicher, dass du das auf die Reihe kriegen kannst, dann kann es losgehen mit der Suche!

Reitbeteiligung-Egill-Alpen


Die Suche


Es gibt mittlerweile immer mehr Möglichkeiten eine Reitbeteiligung zu finden. Ob du nun Online suchst oder über Kontakte dein Traumpferd findest, ist letztendlich egal. Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst und ein gutes Gefühl hast. Sowohl beim Pferd als auch beim Besitzer!

Über verschiedene Websites könnt ihr auf die Suche gehen. Hier mal ein paar Beispiele:

Ich habe damals hauptsächlich mit Hilfe der ersten drei Webseiten eine Reitbeteiligung gesucht. Im Hinblick auf meine Suchkriterien, habe ich sehr viele verschiedene Angebote durchgeschaut, mit Pferdebesitzern geschrieben und telefoniert und musste einiges abwägen und Kompromisse eingehen.

Die Seiten „ebay Kleinanzeigen“, „Stall Frei“ und „Deine Tierwelt“ bieten die größte Auswahl an Anzeigen. Diese überlappen sich meist sogar, von daher ist es fast egal, wo du suchst. Wichtig ist bei der großen Auswahl eher, nicht den Überblick zu verlieren. Je nachdem, wie speziell deine Wünsche sind, solltest du besser bei so vielen Seiten wie möglich deine Augen offen halten.

Das war bei mir zum Beispiel der Fall. Ich habe nach einer Reitbeteiligung gesucht, die nahe meiner Wohnung gelegen, günstig (Studentengeldbeutel) und bei der ich nur ein bis maximal zwei Tage die Woche in den Stall muss. Zusätzlich wollte ich kein Turnierpferd bei dem man ein gewisses Niveau braucht um es richtig fördern zu können. Als Wiedereinsteigerin brauchte ich ein ruhiges Pferd. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwar sieben Jahre Reitschulerfahrung, jedoch lag diese Zeit auch schon wieder sechs Jahre lang zurück…

Du kannst dir vorstellen, dass ein achtjähriges Pferd, das nur Hummeln im Hintern hat, nicht genau das Richtige für mich gewesen wäre.

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Die Auswahl


So, nun da du weißt wo und wie du suchen sollst, musst du dich ja auch noch für eine Reitbeteiligung entscheiden.

Das ist aus meiner Erfahrung das Schwierigste. Hier sind offene Gespräche und persönliche Treffen mit Besitzer und Pferd am wichtigsten. Du musst von Anfang an ehrlich mit dir und dem Besitzer/der Besitzerin sein, was du machen/schaffen kannst und willst. Es bringt niemandem etwas wenn du sagst, du hättest super viel Ahnung vom Umgang mit Pferden, dabei ist das deine erste Reitbeteiligung und in Wirklichkeit weißt du nicht einmal, was ein Pferd so alles frisst.

Ich habe Egill’s Besitzerin von Anfang an gesagt, dass ich studiere und es gegen Ende jedes Semesters aufgrund der Lernphasen manchmal eng werden kann. Das heißt, es könnte auch mal sein, dass ich während dieser Zeit ab und zu nicht in den Stall kommen kann. Das war für sie auch vollkommen in Ordnung. Im Gegenzug dafür, darf ich dann in meinen Semesterferien etwas öfter in den Stall fahren als normal.

Bei uns hat also die Chemie von Anfang an gestimmt. Ein Punkt also schon einmal abgehakt. Und wie sah es beim Pferd aus?

Nun, dieses Islandpony ist das süßeste Wesen auf diesem Planeten, also muss ich dir hier nicht groß erklären, dass es Liebe auf den ersten Blick war!

Aber auch wenn das Pferd noch so süß ist, ein Probereiten ist bei der Auswahl einer Reitbeteiligung unumgänglich! Du musst wissen, ob ihr beide ein gutes Team werden könnt. Mir ist klar, dass das Monate, vermutlich Jahre dauert. Allerdings denke ich, wenn du schon ein wenig Reiterfahrung und ein Händchen für Pferde hast , dass du sehr schnell merkst, ob es mit „deinem“ neuen Pferd klappen kann oder nicht. Und der/die Besitzer/in ist ja auch noch da. Diese kennen ihr Pferd besser als irgendjemand sonst, und können meiner Erfahrung nach ebenfalls schon nach Minuten sagen, ob ihr gut zusammen passt.

Um das ganze noch etwas komplizierter zu machen, als es sowieso schon ist, solltest du auch noch folgendes beachten: wie sieht es mit der Gesundheitsgeschichte des Pferdes aus? Sei dir dir bewusst, dass ein altes und, möglicherweise, gesundheitlich angeschlagenes Pferd, besonders viel Aufmerksamkeit braucht.

Denn sollte das Pferd krank sein, muss der/die Besitzer/in sich 1000% auf dich verlassen können, dass du damit umgehen kannst!Ekzemer-Reitbeteiligung-Egill

Egill beispielsweise ist Ekzemer. Das bedeutet, dass man im Sommer ganz besonders auf ihn achten muss und wirklich keinen Reittag ausfallen lassen darf. Die Gefahr, dass er sich wund scheuert oder die Decke nicht richtig sitzt, ist zu hoch. Spätestens jeden zweiten Tag muss einer von uns im Stall sein, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung ist und ihn im Zweifelsfall mit Ballistol einschmieren.

Das erklärte mir seine Besitzerin vor der Vertragsunterzeichnung, damit ich mir Gedanken darüber machen konnte, ob ich mir das zutraue.


Fazit


Worauf muss also zusammengefasst bei der Suche und Auswahl einer Reitbeteiligung geachtet werden?

Am Wichtigsten ist, dass du dir vor der Suche genau Gedanken machst, was du möchtest und was du leisten kannst.

Mit diesen Kriterien geht es dann auf den verschiedensten Plattformen auf die Suche. Kommuniziere mit möglichst vielen Besitzern, um verschiedene Alternativen zu haben. Nimm nicht die erstbeste Reitbeteiligung an.

Bei der Auswahl achte bitte auf offene Kommunikation, Ehrlichkeit (auf beiden Seiten) und die passende Chemie, sowohl zwischenmenschlich als auch zum Pferd.Ich-Reitbeteiligung-Egill

Und schließlich gehst du noch einmal in dich und fragst dich, ob diese Reitbeteiligung wirklich die Richtige ist. Kannst du mit den Eigenheiten dieses Pferdes umgehen? Kannst du wirklich zuverlässig immer zu den abgesprochenen Terminen in den Stall fahren? Hast du das Durchhaltevermögen, dich langfristig um dieses Pferd zu kümmern?

Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass eine Reitbeteiligung sehr viel Arbeit ist (Anmerkung meines Freundes: JA!). Allerdings gibt dir das Pferd so unglaublich viel dafür zurück. Jedes Mal, wenn ich in den Stall fahre, kann ich mein Glück nicht fassen. Für mich fühlt es sich keineswegs nach Arbeit an 🙂

 

Eure Blondie 🙂

 

PS.: Sämtliche Fragen rund um das Thema beantworte ich natürlich sehr gerne!

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