„If nothing changed, there’d be no butterflies.“ – Walt Disney

Kennst du das? Du ziehst in eine neue Stadt. Alles ist super aufregend. Neue Menschen, neue Umgebung, neue Gerüche, alles neu. Und obwohl alles so spannend und toll ist, hat man Angst. Denn in dieser großen, neuen Umgebung ist man alleine. Das kann natürlich auch Vorteile haben. Niemand kennt deine Vergangenheit, hat in der Schule gesehen wie die Jungs dich gehänselt haben oder dich ausgelacht als du dich mal wieder vollkommen blamiert hast. Es ist ein Neuanfang. Und du willst ihn nutzen. Willst deine Geschichte neu schreiben.

So ging es mir vor fast drei Jahren. Ich bin aus der kleinsten Landeshauptstadt Deutschlands an der französischen Grenze, hier her nach München gezogen. In eine Millionenstadt, voller Geschichte und Anonymität. In meiner Heimat kannte jeder jeden. Du könntest nirgends hin ohne jemanden zu treffen, der entweder dich selbst oder deine Eltern oder deine Freunde kannte. Klar gab es auch bei uns Geschichte und Historische Gebäude. Jedoch nicht wirklich viel oder spannendes. Viel wurde während des Krieges zerstört und als ehemaliges Kohle- und Bergbaugebiet, war die Architektur in unserer Stadt noch nie wirklich schön gewesen. 

München war mir bereits, zumindest ein wenig vertraut. Meine Großeltern hatten hier gelebt und meine Mutter war hier aufgewachsen. Dadurch waren wir oft zu Besuch oder haben unsere Ferien mit ihnen verbracht. Zum Einleben in einer neuen Stadt gehört allerdings mehr als nur schon ein paar mal den Marienplatz gesehen zu haben. Gerade bei so einer großen Stadt, braucht es eine Weile bis man sich zurecht findet. Da gibt es die verschiedenen öffentlichen Verkehrsmittel, komplizierte Straßenführungen und aggressive Autofahrer. Letzteres hat mich an München am meisten überrascht. Solche rasanten und riskanten Fahrweisen wie ich sie hier täglich sehe und erlebe, kannte ich aus meiner kleinen Stadt nicht. Und dort fahren viele Franzosen herum…


Abschied nehmen…


Ich weiß es noch wie heute. Der Tag an dem ich mit meinem kleinen Auto, vollgepackt bis oben hin mit vier Umzugskisten und mehreren Taschen von Zuhause weg fuhr in Richtung Süden. Als ich drei Minuten gefahren war und außer Sichtweite meiner Mutter war, fuhr ich kurz rechts ran. Ich musste zu stark weinen. Die ganze Fahrt über nach München hörte ich möglichst fröhliche Lieder. Jedes Lied, das auch nur annähernd traurig war, wurde sofort geskippt. Ein Weinkrampf auf der Autobahn ist nicht gerade förderlich für eine sichere, unfallfreie Fahrt. Das Schlimmste für mich war, dass ich wusste, dass es meiner Mutter genauso ging. Auch wenn sie es mir niemals gesagt oder gezeigt hätte. 


Ankommen…


In München hatte ich eine kleine, extrem überteuerte aber zumindest möblierte Wohnung in einem privaten Studentenwohnheim gefunden. Der Wohnungsmarkt ist eine Katastrophe. Viel zu hohe Mieten, niemand will an Studenten vermieten und die staatlichen Wohnheime haben ewig lange Wartelisten. Meinen ersten Abend in der eigenen Wohnung verbrachte ich allerdings weder mit einer großen Einweihungsfeier noch saß ich mit der besten Freundin und einer Flasche Sekt vor dem Fernseher und schaute mir Filme an. Sondern ich saß alleine in meiner Wohnung, räumte meinen Kleiderschrank ein, machte mir eine Tiefkühlpizza warm und schaute König der Löwen. Schließlich kannte ich ja niemanden in München. Mit wem hätte ich also meine Unabhängigkeit feiern sollen?


Ein Zuhause finden…


So vergingen die ersten paar Monate und ich war erstaunt wie anonym so ein Studentenwohnheim sein konnte. Regelmäßig fuhr ich nach Hause, so oft es eben geht wenn man dual studiert und einen 500km von der Heimat trennen. Mit München, der Stadt, dem Nahverkehr, den Leuten und der Art hier zu leben kam ich immer besser zurecht. Zuhause fühlte ich mich allerdings noch nicht so richtig. Ich glaube es dauert eine Weile bis ein solches Gefühl einstellt. Vermutlich ist es auch von jedem selbst abhängig. Vor kurzem traf ich jemanden, der meinte er lebt schon seit sechs Jahren in München und fühlt sich immer noch nicht wie zuhause hier. Bei mir hat sich dieses Gefühl bereits nach etwa einem Jahr eingestellt und ich würde vermutlich nie wieder in das Saarland zurückkehren wollen. Der Grund hierfür ist allerdings nicht nur die Stadt München. Sondern ihre Menschen. Ich habe hier die Liebe meines Lebens kennengelernt. Vermutlich werdet ihr denken, „Sie ist 21, sie kann gar nicht wissen ob es die Liebe des Lebens ist.“. Natürlich habt ihr Recht, ich bin sehr jung, und hätte ich diesen Text hier vor drei Jahren gelesen, hätte ich das auch gedacht.

Allerdings bin ich überzeugt, dass man es spürt wenn es die große Liebe ist. Wir sind seit etwas mehr als zwei Jahren glücklich zusammen, hatten noch nie einen größeren Streit und haben etwas mehr als ein Jahr zusammen in einer Ein-Zimmerwohnung auf 24qm gelebt, was uns sehr zusammengeschweißt hat. Unsere Geschichte werde ich euch noch in einem anderen Blogartikel genauer erzählen.

 

Hiermit möchte ich allen die das lesen, ein wenig die Angst nehmen. Die Angst vor einem Neuanfang, dem Unbekannten. Die Angst vor einem Umzug, vor einem neuen Job oder was euch gerade in den Sinn kommt! Habt keine Angst etwas neues zu wagen. Es kann etwas Großartiges daraus entstehen, wenn ihr es zulasst.

Lasst doch ein paar Kommentare da!

 

Bis dahin,

Eure Blondie 🙂

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