Influencer Marketing ist heutzutage so ziemlich jedem ein Begriff. Laut Definition ist das Ziel des Influencer Marketings, die Aufwertung der Glaubhaftigkeit und des Images einer Marke und deren Botschaft, durch den Einsatz von „Meinungsmachern“ der jeweiligen Zielgruppe. Doch was genau bedeutet es wirklich für uns und warum ist es mittlerweile so weit verbreitet und bekannt? Diesen Fragen möchte ich heute ein wenig auf den Grund gehen.

Es ist mittlerweile der Traumberuf vieler Jungen und Mädchen. Die, die früher einmal Tierärzte, Prinzessinnen und Feuerwehrmänner werden wollten, wollen heute Social Media Stars, Blogger und Influencer werden. Warum? Na wer möchte nicht um die Welt reisen, schöne Klamotten geschenkt bekommen, seine Lieblingsstars treffen und dafür auch noch fürstlich bezahlt werden? Klar, jeder. Dass hinter den perfekten Instagram Bildern jede Menge Arbeit steckt und vorher SEHR viel Geld investiert werden muss, bevor man (vielleicht) welches verdient, unterschätzen viele Menschen.

Influencer leben ähnlich wie Stars, ohne jegliches Privatleben. Denn sie posten schlichtweg alles was sie tun auf ihren Social Media Kanälen um ihre Bekanntheit und Followerschaft zu erweitern bzw. zu erhalten. Sie sprechen über verschiedenste Themen, wie beispielsweise Mode, Beauty, Reisen, Essen, und und und… Es gibt unglaublich viele Themen in den Weiten des Internets. Was jedoch das Wichtigste ist: Erfolgreiche Blogger sind Experten auf ihrem Gebiet und haben viele Menschen die ihnen zuhören. Und das ist der Grund warum Influencer Marketing funktioniert.


Experten mit Celebrity-Status


Ein Blogger wird normalerweise nicht über Nacht bekannt. Auch wenn viele Menschen da draußen diese Tatsache vielleicht ignorieren, ein Blog braucht eine lange, laaange Zeit bis er bekannt wird. Bestes Beispiel: mein Blog. Ich stehe nach knapp 6 Monaten (zugegebenermaßen unregelmäßigem) bloggen, noch immer komplett am Anfang. Kaum eine Hand voll Leser verirrt sich am Tag auf meinen Blog und es wird wohl noch sehr lange brauchen bis ich zu einigermaßen stabilen Zahlen komme.

Hat aber jemand die Kraft, Ausdauer und Motivation sich langfristig mit seinem Thema und Blog auseinander zu setzen, wird er irgendwann ein Experte auf seinem Gebiet sein. Denn interessante Artikel, die Leser anziehen, wollen gut recherchiert sein. Dies hat zur Folge, dass der Blogger sich nach einer gewissen Zeit ein beträchtliches Häufchen Wissen aneignet. Genau dieses Expertenwissen macht ihn bei seinen Followern so beliebt. Sie vertrauen seinen Empfehlungen und hängen an seinen Lippen für sämtliche Tipps und Tricks, die er ihnen offenbart.

Hat der Blogger (damit sind auch die sogenannten „Instagrammer“ gemeint) sein Expertenwissen einmal aufgebaut, wird auch seine „Folgschaft“ immer weiter wachsen. Dadurch wird der Blogger nicht einfach nur bekannter, sondern steigert durch seine Reichweite und Beliebtheit auch seinen Wert für Unternehmen. Denn oft haben Blogger mehr Follower auf Instagram und Co. als so manche Stars. Somit haben die Blogger einen gewissen Celebrity-Status und wir möchten die gleichen Produkte nutzen wie sie, weil wir uns dadurch mit ihnen verbunden fühlen.

Spricht also ein Blogger, der als Experte auf seinem Gebiet gilt, eine Empfehlung für ein entsprechendes Produkt aus, so ist das für viele Menschen ein viel größeres Kaufentscheidungskriterium, als zum Beispiel eine TV Werbung. Der Blogger kennt sich schließlich mit dem gesamten Thema sehr gut aus, kann Vergleiche ziehen und beim Testen viel genauer auf Details achten als „Normalos“ die keine Ahnung haben oder noch Anfänger auf dem Gebiet sind.

Firmen können bei Kooperationen mit solchen Bloggern also sehr zielgruppenspezifisch Werbung machen, die vergleichsweise auch noch kostengünstiger als so manch anderes Werbemittel ist.

 


Wie ein Freund


In der TV oder Print Werbung können uns die Firmen alles Mögliche über sich und ihre Produkte erzählen. Das Problem bei Werbung ist: Das sie auch meist als solche wahrgenommen wird und viele Menschen dadurch schon von Beginn an auf Durchzug schalten. Wir glauben der Werbung nicht, denn sie will uns aktiv beeinflussen und wir können ihr daher nicht trauen. Lieber vertrauen wir daher auf Freunde und Familie die uns von ihren eigenen Erfahrungen berichten.

Und hier ist der zweite große Vorteil der Blogger als Influencer im Marketing: Denn sie schaffen das, was Firmen mit regulärem Marketing nicht schaffen. Sie haben einen ähnlichen Status wie unsere Freunde und Bekannten. Dadurch, dass wir regelmäßig ihre Berichte, Geschichten und Erfahrungen lesen, fühlt es sich für uns an, als wären wir ein Teil ihres Lebens. Folglich nehmen wir Empfehlungen von ihnen sehr dankend an und schenken ihnen Vertrauen, anstatt diese von vornherein abzublocken.

Gepaart mit der Expertenstellung auf seinem Fachgebiet und der großen Reichweite in der für das Unternehmen relevanten Zielgruppe, ist der Blogger also theoretisch das ideale Werbemittel für Unternehmen. Besser noch als ein Testimonial, sorgt der Blogger dafür, dass wir einer Marke vertrauen und ihre Produkte kaufen. Denn wenn mein Lieblingsblogger sagt, dass diese Make-Up Linie die Beste auf dem Markt ist, dann muss das ja wohl stimmen, oder?


Das große „Aber“


Das Influencer Marketing boomt. Es ist mittlerweile eine sehr beliebte Teilbranche des Marketings geworden und vor allem im Bereich Fashion, Beauty und Travel sehr beliebt. Und der Trend wächst. Vielleicht zu schnell und zu stark. Viele Unternehmen wollen unbedingt auf den Zug aufspringen, investieren aber möglicherweise zuviel Geld in die falschen Influencer oder erwarten sich zu viel von den Ergebnissen.

Denn auch Influencer Werbung will gut durchdacht und geplant sein und auch hier verhält es sich, wie mit normalem Marketing auch: Geduld ist das Zauberwort.

Der Blogger sollte sowohl zum Unternehmen als auch zum Produkt passen für das er werben soll, damit die Kampagne glaubhaft wird. Seine Reichweite sollte im Verhältnis zu den Kosten stehen, die Follower sollten echt und aktiv sein und die Zielgruppe relevant. Die Posts der Influencer müssen als Werbung gekennzeichnet werden (beispielsweise durch den Hashtag #werbung oder #advertisement – hier besteht allerdings noch eine rechtliche Grauzone und ich gebe an dieser Stelle keine Rechtsberatung), sollten jedoch so gestaltet werden, dass die Nutzer sie als Empfehlung und nicht als „Commercial“ wahrnehmen.

Doch auch wenn all dies gegeben ist, darfst du vom Influencer Marketing – gerade im Bereich Tourismus und Reisen – keine riesen Absatzzahlen erwarten! Denn gerade in diesem Bereich hat Influencer Marketing keinen direkten Einfluss auf den Absatz, sondern eher auf das Image und Brandbuilding einer Marke. Bei Mode, Kosmetik und „normalen Produkten“ sieht das anders aus. Hier kann Influencer Marketing durchaus Auswirkungen auf den Absatz haben. Allerdings bitte auch hier nicht zu viel erwarten 🙂


Gelungenes Influencer Marketing: Paul Hewitt


Das perfekte Beispiel für gutes und erfolgreiches Influencer Marketing: die Modemarke Paul Hewitt. Das deutsche Unternehmen hat viel auf Social Media und Influencer gesetzt um die süßen und stylischen Ankerarmbänder und Armbanduhren an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Dabei haben sie viel Geld investiert und Persönlichkeiten wie Caro Daur, Janina Uhse, Maria Pettersson (dir vielleicht bekannter als @pilotmaria), Madeleine von @pilotmadeleine und viele weitere, mit ins Boot geholt. Mit Hilfe des Hashtags #getAnchored und der vielen Influencer, welche fleißig ihre Bilder mit den hübschen Accessoires posteten, schaffte es Paul Hewitt innerhalb kürzester Zeit zu DER Trendmarke zu werden. Die kultigen Armbänder tummelten sich auf sämtlichen Social Media Kanälen und jeder will ein Teil dieses Trends sein.

Nun heißt es für Paul Hewitt: Weiter machen und bloß nicht auf dem Erfolg ausruhen 😉


Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Blogpost ein wenig in die Welt des Influencer Marketings einführen. Falls dir der Artikel gefallen hat und du noch mehr erfahren möchtest, lass es mich wissen! Likes, Kommentare und Shares sind immer gern gesehen 😊

Bis dahin,

Deine Blondie 😘



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